Dienstag, 10. Juli 2018

Per aspera ad astra II (Erstellen einer Belichtungs-Serie)

Mit der Kamera rausgehen, knips knips knips, fertig.
Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Wie ich dabei vorgehe möchte ich hier einmal kurz erläutern.

Da ich meine Belichtungs-Serien aktuell ohne eine automatische Nachführung der Kamera mache, gilt es erstmal herauszufinden, ab welchen Belichtungszeiten die Sterne nicht mehr punktförmig sind sondern sich in Striche "verwandeln". Das ist immer ganz vom eingesetzten Kamera-Objektiv abhängig.
Bei meinem Objektiv mit 35mm Festbrennweite und maximal geöffneter Blende bei F1.8 sind das mit ISO 1600 maximal 13 Sekunden. Bei Blende F2.8 sind es nur noch 10 Sekunden. So viel erstmal grob zu den Kamera-Einstellungen. Details werde ich später einmal behandeln (Rauschminderung, Hotpixel, ...).

Das wichtigste Zubehör ist meiner Meinung nach ein Fernauslöser für die Kamera. Diese gibt es für viele Kameramodelle bereits ab 20 € im einschlägigen Online-Handel. Meiner hat auch nicht mehr gekostet und leistet bisher hervorragende Arbeit.
Alternativ kann man auch den Selbstauslöser der Kamera nutzen. Das bringt aber das Risiko mit, dass man beim Einstellen die Kameraposition minimal verstellt. 
Es gibt auch kabelgebundene Lösungen, bei denen man das Handy mit entsprechender App als Fernsteuerung nutzen kann (z.B. RCCDroid). Aber da ich beim Fotografieren mein Handy oft für Notizen nutze oder nebenbei mit Astronomie-Apps wie SkySafari oder HeavensAbove arbeite, verzichte ich auf diese Lösung.

Jetzt kommt die Kamera auf das Stativ. Hierfür sollte man sich eine relativ windgeschützte Ecke suchen. Das betone ich extra, weil ich meine Fotos meist in Schillig auf dem Campingplatz an der Nordsee mache. Und da ist es schon mal etwas windiger, das Stativ sollte also eine stabile Ausführung sein. Generell sollten möglichst wenig störende Lichtquellen den Blick auf den Himmel trüben.

Wenn man sich dann auch noch den gewünschten Himmels-Ausschnitt ausgesucht hat und die Kamera ausgerichtet ist, kann es fast losgehen. Warum nur fast? Weil der Autofokus der Kamera ausgeschaltet sein sollte und ich manuell fokussiere. Das geht am besten mit der Vorschau-Lupe im Kamera-Display. Kamera auf einen Stern ausrichten, manuell scharf stellen und mit der Fokus-Lupe das Bild vergrößern und den Fokus so weit wie möglich scharf stellen, bis der Stern ein kleiner Punkt ist und keine Scheibe. Und schaltet jegliche Bildstabilisatoren aus!

Jetzt kann es losgehen. Die Kamera möglichst nicht mehr anfassen, damit nicht aus Versehen der Fokus verstellt wird und um Verwackler zu vermeiden.
Jetzt mit dem Fernauslöser "abdrücken", entweder jedes Foto einzeln oder ggf. automatisiert, je nach dem, was Dir lieber ist oder was der Fernauslöser kann. 
Mach viele Fotos vom gleichen Himmelsausschnitt! Bei mir waren es bisher irgendwas zwischen 10 und 30 Fotos.

Was du jetzt mit diesen vielen Fotos anstellst, erkläre ich dann im nächsten Pa³ (Per aspera ad astra) Teil III.

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